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Jetzt anmelden: Jahrestagung 2026 am 23. und 24. Februar an der Universität Trier
Jubiläums-Jahrestagung 2025 – 10 Jahre AK Hochschullehre, wir waren zu Gast in Passau
Vom 17. bis zum 18. Februar 2025 fand in Passau die 10-jährige Jubiläumstagung des Arbeitskreises Hochschullehre in der Deutschen Vereinigung für Politische Wissenschaft (DVPW) statt. Die rund 26 Vortragenden und Teilnehmenden kamen von Hochschulen und Universitäten aus dem ganzen Bundesgebiet sowie aus Österreich. Neben Aktualität & Real World Problems in der Lehre wurde am ersten Tag auch der Frage nach Fachhochschule oder Universität sowie Kollaborationsmöglichkeiten nachgegangen. Abschließend wurde ein hybrider Roundtable zu Internationalen Beziehungen (IB) von großen Theorien und kleinen Strategien mit unterschiedlichen Perspektiven akademischer Statusgruppen inklusive Liveschalte nach Slowenien durchgeführt. Der zweite Tag widmet sich der Hands on Methodenwerkstatt zu KI Nutzung in der Lehre sowie einer Bilanz von 10 Jahre AK Hochschullehre – Was kommt, was geht? Dabei wurden unter anderen Themen wie Heterogenität und Binnendifferenzierung, eine feministische Haltung sowie Political Correctness in der politikwissenschaftlichen Hochschullehre diskutiert. In diesem Beitrag schildert Bernadette Gruber ihre Eindrücke der beiden Tage.
Ein Konferenzbericht von Bernadette Gruber
Der Arbeitskreis Hochschullehre blickt zurück auf sein zehnjähriges Bestehen als „lohnenswerte Reise“ so Julia Reuschenbach (Sprecherin des AKs). Da „Lehre überall zuhause ist“, fördern Veranstaltungen wie diese den interdisziplinären Austausch in der Politikwissenschaft und tragen dazu bei, dass Politikwissenschaft nicht nur als Fachwissenschaft, sondern auch als Lehr- und Didaktikfach verstanden wird. Dieser Ansatz weckt auch Interesse im Nachbarland Österreich, wo bisher politische Bildung überwiegend fachfremd über die Geschichtsdidaktik unterrichtet wird. Der kürzlich veröffentlichte, nationale Bildungsbericht in Österreich räumt jedoch der Demokratiebildung mehr Platz ein, was eine Stärkung der Sektion Politikdidaktik der ÖGPW ermöglicht, so Lara Kierot von der Universität Wien und signalisiert Offenheit für zukünftige Kooperationen. Denn Themen wie der Umgang mit Aktualität in der Lehre stelle alle Lehrenden in der Politikwissenschaft vor ähnliche Herausforderungen.
Ein Ausweichen vor komplexen Themen aus der Tagespolitik sei keine Option, so der Konsens in der Diskussion. Studierende prallen mit der Aktualität in politikwissenschaftliche Lehre und fordern den Bezug zwischen Lehrinhalten und Weltgeschehen ein. Wenn wir nicht darauf eingehen, werden wir sie verlieren, auch als Multiplikator*innen für Wissenschaft in der Gesellschaft. Prof. Stahl erläutert im Roundtable IB ,Von großen Theorien und kleinen Strategien‘ die Anwendungsmöglichkeit von unterschiedlichen Theorien auf das Tagesgeschehen. Eine Theorie wird nicht alles erklären können, aber eben Teilbereiche. Dies stärkt das Verständnis von Pluralität in der Wissenschaft und ermöglicht das Einordnen von teilweise hochemotionalem, politischem Weltgeschehen insbesondere, wenn Studierende auch durch ihre Herkunft eine Betroffenheitsperspektive mit in den Lehrraum bringen. Eine feministische Haltung in der Lehre kann dazu beitragen, Vulnerabilitäten der Studierenden zu berücksichtigen, so Christine Buchwald von der Hochschule Rhein-Waal. Die Begegnung auf Augenhöhe mit Studierenden, individuelle Austauschmomente sowie die Bereitschaft das eigene Handeln und die eigene Position immer wieder zu reflektieren, können dazu beitragen, den Bedürfnissen der Studierenden im Lehrkontext besser gerecht zu werden. Das kann die Betroffenheit von einem aktuellen Weltkonflikt genauso wie die Angewiesenheit auf eine Lesehilfe sein, die Sonderzeichen in der geschlechtergerechten Sprache nicht verständlich ausgibt. Ein Bewusstsein von Diversität in der Gesellschaft sowie das Zulassen dieser in der Seminargruppe kann Demokratie stärkend sein und autoritären Tendenzen, die auf Homogenität und Einheitlichkeit setzen, entgegenwirken.
Eine Möglichkeit, das Thema Inklusion bewusst in die Lehre oder öffentliche Einrichtungen einzubringen, ist das Einladen von Bildungsfachkräften. Das sind Menschen, die Erfahrungen in Werkstätten für Menschen mit Behinderung gesammelt haben, und seit 2013 nach dem Curriculum des Kieler Modells rechtlich und methodisch geschult werden, um professionalisiert als Expert*innen in eigener Sache über Behinderungen in der Gesellschaft und dem aktuellen Umgang damit aufzuklären.
Neben der Demokratisierung von Lehre können auch Forschungsprozesse im Kontext von partizipativer Forschung oder Citizens Science Laien zugänglich gemacht werden. Dies ist ambivalent zu betrachten, da eine Beteiligung an Forschungsprozessen nicht immer zu mehr Verständnis von Wissenschaft führt, wenn nicht genug Zeit für die Zusammenarbeit der unterschiedlichen Akteure bereitgestellt und kein Fokus auf das aktive voneinander Lernen gelegt wird.
„Science is made by the few not the many”
Das beschreibt eine der multiplen Achillesfersen der Wissenschaft. Auch wenn Populismus als analytischer Begriff umstritten ist, findet sich der Aspekt des Anti-Elitarismus im Populismus jeder Couleur. Die selbsternannten Vertreter*innen des vermeintlich wahren Volkswillens verneinen die Heterogenität der gesellschaftlichen Meinungen und vereinfachen durch die Dualität von elitären Machthabenden, die von Populist*innen abgelöst werden müssen, die tatsächliche Faktenlage, dass letztere demografisch oft aus bestehenden Eliten kommen. Weltweit erleben populistische Bewegungen ein Momentum auch durch die Diffamierung von international anerkannten wissenschaftlichen Erkenntnissen wie beispielsweise zum Klimawandel als ungerechtfertigte Interessen anderer Länder, wobei Forschung als technokratisch und entgegen dem gesunden Menschenverstand dargestellt wird.
Bereits in der öffentlichen Debatte während der Corona-Pandemie, erlitt die Wissenschaft einen starken Vertrauensverlust, als wissenschaftliche Erkenntnisse durch sich ständig ändernde Empfehlungen und Interpretationen unter Druck gerieten. Folglich macht sich die Wissenschaft angreifbar, wenn sie als Politikberatung agiert. Wechselnde Ergebnisse, die je nach Zugang und Methodik variieren, fördern in weiten Teilen der Bevölkerung nicht das Vertrauen in wissenschaftliche Erkenntnisse. Umso wichtiger ist es in der Lehre, diese Unsicherheiten den Studierenden zu vermitteln und durch das Erlernen unterschiedlicher Methoden und Theorien, einen Fokus auf die Pluralität in den wissenschaftlichen Ansätzen zu legen. Nur so können Studierende im besten Fall Multiplikator*innen für eine Wissenschaft werden, die ein zentraler Teil der gesellschaftlichen Wissensgenerierung ist und aufgrund ihrer unterschiedlichen Disziplinen und Traditionen auch widersprüchliche Ergebnisse umfasst. Debatten und Kontroversen sind die Grundlage für die Möglichkeit des Findens eines wissenschaftlichen Konsenses.
Was kann politikwissenschaftliche Lehre leisten?
Ambiguitätstoleranz und kritisches Denken können als wichtige Aufgaben der politikwissenschaftlichen Lehre gesehen werden, die auch in Zeiten von KI und Desinformation zentrale Kompetenzen sind, um sich in der Welt zurecht zu finden (Employability). Deswegen wurden in der KI-Methodenwerkstatt nicht nur aktuelle Entwicklungen und neue Tools besprochen, sondern auch ausprobiert. KI wird die Notwendigkeit der Recherche- und Schreibkompetenz nicht ersetzen, sondern schlimmstenfalls die Unterschiede zwischen Studierenden mit unterschiedlichem Bildungshintergrund verschärfen. Um das zu verhindern oder abzuschwächen, sollte KI und ihre Nutzungsmöglichkeiten nicht aus der Lehre ausgeklammert werden, sondern proaktiv allen Studierenden Optionen der Schreib- und Lernunterstützung aufgezeigt werden. Sei es das Lösen von Schreibblockaden durch Gliederungsvorschläge, das Einholen von Feedback auf einen selbstverfassten Text oder das Generieren von Zusammenfassungen für einen ersten Einblick in das Feld. Auch das Erstellen von Testaufgaben für die Überprüfung des eigenen Lernfortschritt funktioniert sehr gut mit einem KI-Tutor wie es ihn an der Universität Münster gibt, dessen Datensatz lediglich die erweiterten Seminarinhalte umfasst. Neben dem Nachteil, dass Fragen, die nicht exakt im Datensatz erörtert wurden, nicht beantwortet werden, ist die Ausgabe von falschen Informationen im Gegensatz zu anderen gängigen LLMs so gut wie ausgeschlossen. Studierende nutzen beide Angebote.
Neben der unkritischen Nutzung von KI besorgt auch der Konsum von Nachrichten über soziale Netzwerke Dozierende, die immer wieder feststellen, dass Studierende teilweise nicht über die Schlagzeilen hinaus tagesaktuell informiert sind. Das Abnehmen von tiefgreifenden Lese-, Recherche- und Grafikfähigkeiten wird beobachtet, was sich auch in anwendungsnahen Projekten wie Plakatkampagnen für die Bundestagswahl 2025 an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg zeigte, das im vergangenen Wintersemester zum vierten Mal auch hochschulübergreifend stattfand. Technische Gegebenheiten wie Layout-Tools, die von Parteien für eigene, lokale Verbände bereitgestellt werden, um die Social Media Posts einerseits zu vereinheitlichen, andererseits unterschiedliche Teilgruppen der Wählerschaft anzusprechen, werden auch von Studierenden genutzt und begrenzen die kreativen Gestaltungsmöglichkeiten. Deswegen bevorzugt Volker Best (Universität Halle) Plakatkampagnen, die Studierende erarbeiten sollen, da auf sehr begrenztem Platz, die gesamte potenzielle Wählerschaft angesprochen werden muss und die haptischen Produkte auch in Form von Ausstellungen außerhalb der Lehrveranstaltung Sichtbarkeit bekommen können.
Ein weiteres Beispiel für die Nutzung der Aktualität demokratischer Wahlen in der politikwissenschaftlichen Lehre – was in ähnlicher Form auch an anderen Hochschulen und Universitäten stattfindet – ist ‚Polls and Politics: Forecasting the 2024 US Presidential Election‘ von Jan Niklas Rolf an der Hochschule Rhein-Waal, das im WiSe2024/25 im Seminarformat angeboten wurde. Dem Höhepunkt in der Wahlnacht gingen vier umfassende Input Sitzungen voraus. Nach qualitativen und quantitativen Inhaltsanalysen der Reden der Präsidentschafts- und Vizekandidaten, Milieustudien mit popkulturellen Artefakten und frühe Beispiele von Fake News unter anderem in der Bildbetrachtung von Paul Reveres ‚Engraving of the Boston Massacre‘ von 1770, sagten die am Wahlabend vorgestellten studentischen Prognosen einen knappen Sieg für Trump vorher. Als benotetes, schriftliches Prüfformat galt es die tatsächlichen Abweichungen der eigenen Prognosen einzuordnen. Der Eventcharakter einer solchen Lehrveranstaltung ist motivierend und das öffentliche Interesse biete eine Fülle an aktuellem Unterrichtsmaterial. Doch unvorhergesehene Situationen wie Kandidatenwechsel, Attentate oder der Umgang mit möglichen Ausschreitungen nach den Wahlen sind herausfordernde Aspekte dieses Lehrformats. Aufgrund des Wahlzyklus sowie der uneindeutigen Siegestendenz zwischen den Kandidaten sind die Replikationsmöglichkeiten begrenzt.
Sorgen um den modernen Staat
Mit dem Blick auf die USA gerichtet, erinnerte Prof. Dr. Henrique Otten der Hochschule für Polizei und öffentliche Verwaltung NRW durch eine reine Auflistung der Kriterien einer Bürokratischen Verwaltung in Max Webers Herrschaftssoziologie, an die berechtigten Sorgen um den modernen Staat und die Unumkehrbarkeit des historisch einmaligen Maßes an Berechenbarkeit staatlichen Handelns. Da durch die Autoritäre Versuchung nicht nur populistische Angriffe auf die Demokratie, sondern auch auf die Wissenschaft zunehmen, gilt es sich damit in Forschung und Lehre auseinanderzusetzen. Algorithmen und gezielte Desinformation, insbesondere durch staatliche Akteure wie Russland, schwächen das Vertrauen in die Demokratie. Auch die neue Führung in den USA forciert einen Vertrauensverlust in die Wissenschaft oder nimmt diesen billigend in Kauf, wenn es den eigenen Interessen dient.
Der intensive Austausch auf der Jubiläumstagung verdeutlichte, wie vielfältig die Herausforderungen für die politikwissenschaftliche Lehre sind. Insbesondere der Umgang mit Real World Problems in der Vermittlung von wissenschaftlichen Methoden und Theorien sowie die Bedeutung, die soziale Frage in Demokratiebildung miteinzubeziehen, stellen auch weiterhin zentrale Aufgaben für die politikwissenschaftliche Lehre dar. Sie muss sich mit der Komplexität aktueller, politischer und gesellschaftlicher Phänomene auseinandersetzen und gleichzeitig den Studierenden Werkzeuge an die Hand geben, die langfristig einsetzbar sind, um kritisches Denken zu fördern und verantwortungsbewusste Handlungsfähigkeit zu stärken.
Aus diesem Grund möchte der AK HS-Lehre bereits für Herbst 2025 einen vertiefenden KI-Workshop ankündigen. Mit großer Dankbarkeit wurde Matthias Freise als vielfältig engagierter Sprecher des AKs verabschiedet und die Unterstützung seiner möglichen Kandidatur für den DVPW-Vorstand zugesagt. Der AK HS-Lehre freut sich über Bewerbungen für Ämter im Sprecher*innen Kreis und der Herausgeberschaft der Kleine Reihe, die sich seit 8 Jahren als erfolgreiches Projekt parallel zum AK etabliert hat. Bisher gab es oft Überschneidungen zwischen diesen Rollen, was nicht zwangsläufig so fortgeführt werden muss.
Call for Contributions: Jahrestagung 23./24. Februar 2026 an der Uni Trier

Arbeitskreis Hochschullehre
in der Deutschen Vereinigung für Politikwissenschaft
Jahrestagung am 23./24. Februar 2026 an der Universität Trier
Call for Contributions
Nach einer erfolgreichen und inspirierenden Tagung in Passau Anfang 2025 zieht die Jahrestagung des Arbeitskreises Hochschullehre 2026 ans andere Ende der Republik: nach Trier! Zwei Tage lange möchten wir Fragen und Herausforderungen, aber auch Chancen und Freuden der politikwissenschaftlichen Lehre diskutieren: Wie umgehen mit neuen Technologien und politisch schwierigen Zeiten? Welche Unterrichts- und Prüfungsformate passen heutzutage noch? Und wann macht Lehre eigentlich wirklich Spaß? Welchen Herausforderungen – z.B. politisch oder finanziell, sieht Hochschullehre sich ausgesetzt und wie damit umgehen?
Lehre ist genauso vielfältig wie die Lehrenden und Studierenden. Daher lassen wir die thematische Ausrichtung der Jahrestagung 2026 bewusst offen und möchten uns über Dauerthemen genauso wie neue Ideen austauschen und ins Gespräch kommen.
Alle Beitragsvorschläge sind willkommen, ob mit oder ohne Paper, zu allen Themen und in allen Formaten, egal ob Roundtable, Panel, Buchvorstellung oder neues Format. Lassen Sie Ihrer Kreativität freien Raum und senden Sie uns bis 28. November 2025 ein Abstract von ca. 250 Wörtern an hochschullehre@dvpw.de. Die Auswahl und das Tagungsprogramm werden Anfang Dezember 2025 bekanntgegeben.
Im Rahmen der Tagung findet auch die Mitgliederversammlung des AK Hochschullehre statt. Außerdem ist am Abend des 23. Februar 2026 ein gemütliches Beisammensein geplant.
Das Sprecher*innen-Team
Carola Klöck, Katharina McLarren, Julia Reuschenbach, Volker Best und Raphael Oidtmann
Programm zur Jubiläums-Jahrestagung 2025 – jetzt online
Das Programm zu unserer Jahrestagung 2025 ist online! Ab sofort und bis zum 31. Januar 2025 sind Anmeldungen möglich.
Hier gibt es das Programm als pdf-Datei zum Download
Call for Contributions: 10 Jahre AK Hochschullehre – Jahrestagung am 17./18.2.2025 in Passau
Im Jahr 2025 feiern wir „10 Jahre Arbeitskreis Hochschullehre“ und freuen uns daher ganz besonders auf unsere nächste Jahrestagung. Zum ersten Mal wird der AK dazu an der Universität Passau zu Gast sein.
Wir tagen am Montag, 17. und Dienstag, 18. Februar 2025.
Der Call for Contributions läuft noch bis 22. November 2024 und steht hier zum Download: Call for Contributions_JT2025.
Das Programm wird voraussichtlich Mitte Dezember 2024 hier veröffentlicht – im Anschluss sind Anmeldungen möglich.
Und wer lieber gleich hier reinlesen möchte:
Call for Contributions
Wenn Polykrisen und Herausforderungen die Politik dominieren, so sollen Zuversicht und Lösungsansätze die politikwissenschaftliche Hochschullehre prägen. Ein Rückblick auf zehn Jahre AK Hochschullehre bietet die Grundlage für unsere Jahrestagung, die wir in fünf Themenblöcke einteilen möchten. Ob Roundtable, Panel oder neues Format, wir freuen uns über Ihre einfallsreichen Beitragsvorschläge in Form eines Abstracts von ca. 250 Wörtern zu einem der folgenden Themen:
- Aktualität oder „real world problems“ in der Lehre
Krisen, Kriege, Konflikte… Wahlen, Protestaktionen, TV-Duelle – uns interessiert, wie Sie Tagespolitik in die Lehre einbringen, ob in der Seminarkonzeption, in der Diskussion im laufenden Semester, oder außerhalb des Hörsaals. Wie passen Theorien und Methoden und die Erfordernisse des Curriculums mit der Tagesaktualität unseres Faches zusammen? Welche Herausforderungen und Chancen ergeben sich? Wie viel Aktualität muss sein? Darf sein? Und welchen Bedarf gibt es seitens der Studierenden?
- Postkolonial, postfeministisch, postmodern
Wo hören Theorien auf und wo fängt Aktivismus an? Wie sieht die Reflexion dazu in der Lehre aus? Welche Grundlagen müssen geschaffen werden, um kritische Ansätze weiterzudenken? Welche neuen Lehrkonzepte haben Sie zu diesen Themen erprobt?
- FH oder Uni? FH und Uni? Für einen aktiveren Ideenaustausch
Ähnliche Berufsziele, aber andere Lehrformate? Fachbereich, aber kein Studiengang? 24 SWS aber trotzdem motiviert? Praxisnah versus theorieversessen? Wir räumen auf mit Klischees zwischen FHs und Unis und fragen: Was können wir in der Lehre voneinander lernen? Welche Synergien können wir nutzen? Welche Lehrkooperationen gibt es schon und wie erfolgreich sind sie?
- 10 Jahre AK Hochschullehre – was war, was kommt?
Das vergangene Jahrzehnt hat fundamentale Neuerungen in der Hochschullehre mit sich gebracht. Mehr Heterogenität, Digitalisierung, Mobilität, Kreativität und weniger Aufmerksamkeit, Vertrauen in Wissenschaft, zu wenig Zeit?! Wir wollen „best practices“ sammeln – zu allen Aspekten der politikwissenschaftlichen Hochschullehre. Welche Projekte aus den Jahrestagungen seit 2015 wurden umgesetzt? Was läuft (immer) noch und wie gut? Welche Konzepte haben Schule gemacht, welche wurden modifiziert?
- Open Panel
Die Jahrestagung soll wie schon in den letzten neun Jahren eine Gelegenheit sein, sich über Dauerthemen sowie über neue Ideen auszutauschen. Wir freuen uns über Beiträge, die uns miteinander ins Gespräch kommen lassen und die gerne auch über den deutschsprachigen Raum hinaus relevant sind.
Lassen Sie sich von den Themen inspirieren, denken Sie gerne „outside the box“ und senden Sie uns Ihre Beitragsvorschläge bis 22. November 2024 an: info@hochschullehre-politik.de. Die Auswahl und das Tagungsprogramm werden Mitte Dezember 2024 bekanntgegeben.
Und natürlich wollen wir schon jetzt verraten, dass wir im Rahmen der Tagung auch die Gelegenheit nutzen wollen, um unser 10-jähriges Bestehen gebührend zu feiern.
Das Sprecher*innen-Team
Carola Klöck, Katharina McLarren, Julia Reuschenbach, Volker Best und Raphael Oidtmann
Python in der sozialwissenschaftlichen Methodenlehre: Motivation und Erfahrungsbericht eines Lehrprojekts von Jonas Elis, Jakob Kemper, Johanna Plenter und Paul Vierus
“SPSS, STATA, R und jetzt auch noch Python?” – dieser oder zumindest ein ähnlicher Gedanke mag vielen Leser*innen beim Anblick des Titels dieses Blogposts womöglich durch den Kopf gegangen sein. In diesem Beitrag möchten wir darlegen, warum wir Python für eine sinnvolle Ergänzung der politikwissenschaftlichen Methodenlehre halten und gleichzeitig von unseren Erfahrungen in der Durchführung berichten.
Anfang 2023 entschieden wir, ein Team von vier wissenschaftlichen Mitarbeiter*innen der Universität Duisburg-Essen und der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, das Lehrangebot um einen politikwissenschaftlichen Kurs zur Einführung in die Programmiersprache Python zu erweitern. Einen solchen Kurs konzipierten und lehrten wir als Dozierendenteam im Sommersemester 2023 an der Universität Duisburg-Essen. Das Lehrangebot richtete sich an Studierende, die bereits eine Methodenausbildung im Rahmen von mindestens 8 ECTS-Punkten absolviert hatten, war ansonsten aber für Bachelor- und Masterstudierende aller Sozial- und Gesellschaftswissenschaften geöffnet. Die Einschränkung sollte sicherstellen, dass alle Teilnehmenden bereits Vorwissen über sozialwissenschaftliche Methodik und Statistik sowie Erfahrung im Umgang mit syntaxbasierter Statistiksoftware besitzen. Der Kurs bestand aus acht jeweils dreistündigen Präsenzsitzungen, vier zu absolvierenden Übungsblättern und schließlich einem Abschlussprojekt zu einem selbst gewählten Thema, mit dem die erlernten Fähigkeiten nachgewiesen werden sollten.
Unsere Motivation, Python zu lehren
Wir sind der Überzeugung, dass die Vermittlung von Python-Programmierkenntnissen an Studierende der Sozialwissenschaften vor allem aus drei Gründen sinnvoll ist: Erstens bietet Python die Möglichkeit, neue Datenquellen verschiedener Arten zu erschließen. Diese reichen beispielsweise vom Webscraping, bei dem die Daten auf im Internet verfügbaren Websites in ein mit beliebiger Software (SPSS, STATA, R, Python) analysierbares Datenformat überführt werden, über die Nutzung von APIs (Application Programming Interfaces) zum Abruf von Daten etwa der statistischen Ämter oder sozialer Medien bis hin zur Programmierung von Fragebögen in auf Python basierenden Frameworks wie oTree[1]. Zweitens ermöglicht Python, sozialwissenschaftliche Daten mit Methoden zu analysieren, die in anderer Software nicht oder nur schwierig umsetzbar sind. So ist etwa die Analyse von Textdaten in verbreiteter Statistik-Software wie SPSS, SAS oder STATA nicht möglich, sondern nur in R oder Python. Mit Libraries wie gensim, NLTK oder SpaCy können Methoden der Computerlinguistik genutzt werden, um offene Antwortfelder in Befragungen auszuwerten, oder Tweets sowohl bezüglich ihres Inhalts als auch ihrer Emotionen analysiert werden. Drittens werden den Studierenden Fähigkeiten vermittelt, die derzeit sowohl in der Forschung als auch in Unternehmen stark nachgefragt sind. In der Forschung werden Methoden der Computational Social Science z.B. zur Analyse großer Textmengen oder zur Simulation menschlichen Verhaltens eingesetzt. Unternehmen suchen intensiv nach Personal, das neben Programmierkenntnissen auch sozialwissenschaftliche Expertise mitbringen, was Studierenden neue berufliche Wege eröffnet.
Konzeption unseres Lehrplans
In der Konzeption des Seminars waren für uns zwei Aspekte handlungsleitend. Zum einen war es unser Ziel, den Studierenden statt eines tiefen Einblicks in einen kleinen Teilbereich von Python, einen möglichst breiten Überblick über die Einsatzmöglichkeiten zu geben und damit die Grundlage dafür zu schaffen, die eigenständige Einarbeitung in weitere spezifische Fähigkeiten zu ermöglichen. Zum anderen war uns die Einbettung des Seminars in einen politikwissenschaftlichen Rahmen wichtig.
Um diese Ziele zu erreichen, wurden z.B. darauf hingewiesen, dass die Verwendung von bereits veröffentlichten Skripten unter Beachtung von Regeln guter wissenschaftlicher Praxis ein gängiges Vorgehen ist. Den Studierenden wurde außerdem parallel zur Lehre von Grundlagen beigebracht, Code zu kopieren, hinreichend zu kommentieren, zu verstehen und zur Lösung der eigenen Problemstellung anzupassen. Nach unserer Erfahrung konfrontiert diese Arbeitsweise die Studierenden schnell mit komplexeren Skripten, zeigt Möglichkeiten auf und ist bei der Problemlösung effizient. Um den Studierenden die politikwissenschaftliche Dimension von Pythonprogrammierung zu vermitteln, sind wir insbesondere darauf eingegangen, dass Python einen Zugang zu bislang nur schwer erreichbaren Datenquellen und Analysetechniken ermöglicht. Als Anschauungs- und Analyseobjekt dienten uns Tweets von Kandidat*innen zur Wahl des Berliner Abgeordnetenhaus im Februar 2023. Aus den Theorien der Wahlforschung wurden Hypothesen abgeleitet, die dann empirisch anhand der Tweets überprüft wurden. So konnten wir die technischen Möglichkeiten von Python vermitteln und politikwissenschaftliche Theorie und Empirie verbinden.
Erfahrungen des ersten Durchlaufs
Im Folgenden möchten wir im Sinne eines praxisorientierten Erfahrungsaustausches aufzeigen, welche Aspekte des Kurses gut funktionierten und anschließend die Punkte auflisten, die wir bei der geplanten Wiederholung des Kurses ändern möchten.
Zunächst zu den positiven Erfahrungen: Mit rund 30 Anmeldungen stieß der Kurs auf großes Interesse bei Studierenden aller sozialwissenschaftlichen Studiengänge sowohl im Bachelor als auch Master. Da empirische, statistik- bzw. methodenlastige Seminare leider häufig mit einer ungleichen Geschlechterverteilung aufwarten, hat es uns besonders gefreut, dass ungefähr die Hälfte der Teilnehmenden weibliche Studierende waren. Auch wenn der fachliche Hintergrund der Studierenden sehr heterogen war, war ihr Interesse und der Kenntnisstand in der Gruppe eher homogen, da niemand viel Vorerfahrung mit Python hatte. Positiv bilanzieren können wir außerdem das „Bring-your-own-device“-Setup, das sicherstellte, dass Python (in Form von Anaconda und Spyder) auf den privaten PCs und Tablets lief und somit auch zu Hause genutzt werden konnte. Auch die Darstellung des gesamten Forschungsprozesses ließ sich gewinnbringend einbauen. So konnten wir eine ausgewogene Mischung aus theoretischem Hintergrundwissen, expliziter Erklärungen von Python-Code und praktischen Übungen unterschiedlichen Schwierigkeitsgrades mit anschließenden Hausaufgaben vermitteln.
Dennoch sehen wir einige Verbesserungspotentiale: Der erste Punkt betrifft die inhaltliche Dimension des Kurses mit der Einbettung in die Wahlforschung. Insgesamt konnten wir – auch aufgrund der fachlichen Heterogenität der Studierenden – dem Umfang nicht gerecht werden, weshalb wir bei einer Wiederholung die wertvolle Kurszeit anderen (python-bezogenen) Themen widmen würden. Dies sind zum einen die grundlegende Grammatik der Python-Befehle und zum anderen die Schritte des Webscrapings verschiedener Inhalte – Themen, die aufgrund ihrer Komplexität viel Vermittlungszeit benötigen. Darüber hinaus halten wir es für sinnvoll, noch mehr auf die Stärken und Alleinstellungsmerkmale von Python einzugehen und dafür einfache deskriptive oder statistische Analysen, die auch in anderen Statistikprogrammen möglich sind, ausklammern. Der zweite Punkt betrifft Inhalte, die wir bei einer Wiederholung zusätzlich vermitteln würden. Dies betrifft vor allem das Thema wissenschaftliches Arbeiten mit Programmcode aus dem Internet und KI-Tools wie ChatGPT oder Github Copilot. Der dritte und letzte Punkt betrifft schließlich die Terminierung der einzelnen Sitzungen des Kurses. Durch Konferenzreisen wurde der Lehrplan teilweise für drei Wochen unterbrochen. Auch wenn wir versucht haben, diese Unterbrechungen durch umfangreiche Hausaufgaben sinnvoll zu nutzen, hatten wir den Eindruck, dass eine engere Terminierung z.B. in Blöcken zielführend gewesen wäre.
Fazit
Wir sind überzeugt, dass Python eine sinnvolle Ergänzung der politikwissenschaftlichen Methodenlehre darstellt, da es die Fähigkeiten von Studierenden erweitert, indem es ihnen ein kostenfreies, leistungsstarkes und vielseitiges Tool für die Datenerhebung, -manipulation, -analyse und -visualisierung bereitstellt. Da Python insbesondere auch im außeruniversitären Bereich genutzt wird, vermitteln wir somit nicht nur Forschungskompetenzen, sondern einen arbeitsmarktrelevanten Skill. Es ist daher unser erklärtes Ziel, den Pythonkurs als zusätzliches Lehrangebot an der Universität Duisburg-Essen zu verstetigen.
[1] Für weitere Informationen: https://www.otree.org/
CfP Posterwalk „Concepts and Coffee“ Jahrestagung 26./27.9.2023
Call for Posters
Jahrestagung des AK Hochschullehre in der DVPW
26./27. September 2023, Schader-Stiftung, Darmstadt
„Teaching for Future – Politikwissenschaftliche Hochschullehre am Puls der Zeit“
In diesem Jahr widmet sich die Jahrestagung des AK Hochschullehre in der DVPW gleich zwei wichtigen Themen: Am ersten Tag der Tagung stehen ein Austausch über aktuelle Lehrkonzepte und -projekte und eine Podiumsdiskussion zur Frage „Wie viel Politik und Politisierung verträgt die Lehre?“ auf dem Programm, bevor – wie schon 2022 – der Lehrpreis der DVPW und der Schader-Stiftung im Rahmen der Tagung verliehen wird. Am zweiten Tag sind wir „hands on“. In ausgewählten Workshops wollen wir neue und anschwellende Herausforderungen politikwissenschaftlicher Hochschullehre diskutieren und gemeinsam Strategien, Konzepte und Methoden erproben. Wie können wir forschendes Lernen in der Lehre umsetzen? Wie gelingen Strategien der Binnendifferenzierung mit Studierenden und wie umgehen mit KI und ChatGPT?
Für unseren Posterwalk „Concepts & Coffee“ suchen wir daher auf diesem Weg nach spannenden Lehrprojekten und -konzepten. Welches Format, welche Methode, welche Seminarkonzeption wollten Sie schon immer einmal mit Kolleg*innen in entspannter und produktiver Atmosphäre diskutieren? Wir freuen uns über Ihre Poster, die wir am Dienstag, 26. September 2023 von 14.00 – 15.30 Uhr gemeinsam diskutieren wollen. Die Druckkosten werden dankenswerterweise von der Schader-Stiftung übernommen.
Wir bitte um kurze Abstracts (max. 250 Wörter) mit Erläuterungen zum Projekt / Konzept, welches Ihr im Posterwalk vorstellen möchtet.
Einreichungen sind bis zum 8. Juli 2023 an info@hochschullehre-politik.de möglich und thematisch komplett offen für alle Konzepte / Projekte aus der politikwissenschaftlichen Hochschullehre.
Die Auswahlentscheidungen werden bis spätestens 15. Juli 2023 bekanntgegeben.
Die gestalteten Poster (DIN A1, pdf-Format) müssen spätestens am 10. September 2023 in druckfertiger Version vorliegen.
Für alle Fragen stehen wir Ihnen unter der Mailadresse info@hochschullehre-politik.de sehr gerne zur Verfügung.
Wir freuen uns auf Ihre Einreichungen!
Das Sprecher*innen-Team des AK Hochschullehre
Volker Best, Dannica Fleuß, Matthias Freise, Raphael Oidtmann & Julia Reuschenbach
*** Hier gibt es den CfP zum Download: Call for Posters_ Concepts & Coffee
Seminare in der politikwissenschaftlichen Lehre gestalten – Ein Interview mit Carola Klöck
Der neueste Band unserer Kleinen Reihe Hochschuldidaktik Politik befasst sich mit einer absoluten Grundfeste der politikwissenschaftlichen Lehre – dem Seminar. Jede und jeder hat es dutzendfach im Studium besucht und die ersten eigenen Lehrerfahrungen macht man meistens auch mit diesem Format. Oft entwickelt man dabei eine gewisse Vorgehensweise, die auf eigenen Erfahrungen und gesundem Menschenverstand beruht, bekommt aber nur selten vermittelt, wie man strukturiert an die Planung eines Seminars herangehen kann. Dabei soll dieses Buch helfen. Carola Klöck (Sciences Po) hat es geschrieben und wir haben ihr drei Fragen gestellt.
1) Worum geht es in diesem Buch?
Das Buch versteht Seminare in der politikwissenschaftlichen Lehre als interaktive Lehrräume. Studierende sollen sich ein Themengebiet selbst erarbeiten. Entsprechend ist die Aufgabe der Lehrenden in erster Linie, ihre Studierenden zum aktiven Lernen zu bringen, und das heißt: Die Studierenden müssen vorbereitet kommen und die ausgewählten Texte gelesen haben. In der Sitzung müssen sie vielleicht etwas präsentieren, sich an Diskussionen beteiligen oder sich bei Gruppenarbeiten einbringen. Das Buch diskutiert die Herausforderung an solche interaktiven Seminare, und stellt konkrete Beispiele vor, mit denen es hoffentlich leichter fällt, Studierenden zu aktivieren und zur Mitarbeit zu motivieren.
Ganz konkret gehe ich auf die Vorbereitung und Planung von Seminaren als auch deren Umsetzung ein, und das sowohl auf Dozierenden- wie auf Studierendenseite. Mit anderen Worten: ich beschäftige mich mit der Themen- und Lektüreauswahl, dem Format (Kleingruppen, Plenardiskussionen, Präsentationen etc.) und der Bewertung, sowie mit Fragen wie beispielsweise der Lese-Compliance. Und da das Seminarformat sehr flexibel ist, bespreche ich noch einige gängige Seminarformen, vom klassischen Referate-Seminar bis hin zum Online-Seminar.
2) Warum ist das Thema für die politikwissenschaftliche Hochschullehre wichtig?
Politikwissenschaftliche Hochschullehre besteht vor allem aus Seminaren! Somit haben Seminare auch eine herausragende Stellung in unserer Lehrtätigkeit; wahrscheinlich unterrichtet jede.r Politikwissenschaftler.in mindestens ein Seminar. Zudem beginnen die meisten von uns ihre Lehre mit dem Unterrichten von Seminaren – und am Anfang seiner Lehrkarriere hat man ja die meisten Fragen und Zweifel. Außerdem kennt sicher jede.r die Situation: keiner hat den Text gelesen, es kommt keine richtige Diskussion auf, am Ende gerät das Seminar immer mehr zum Monolog des Lehrenden. Aber die Politikwissenschaft lernt man nun mal am besten über das Tun: Seminare dienen vor allem dazu, das Werkzeug der Politikwissenschaften zu vermitteln, also Lesen, Denken, Präsentieren, Schreiben wie ein.e Politikwissenschaftler.in. Und dazu muss man eben selbst lesen, denken, präsentieren und schreiben, und nicht nur zuhören. Das ist der wesentliche Ausgangspunkt des Buches, der sich im Übrigen auch auf die pädagogische Fachliteratur stützt. Und Studien zeigen immer wieder die Vorzüge aktiven Lernens.
3) Wer sollte dieses Buch lesen?
Jede und jeder, die oder der Politikwissenschaft lehrt! Das Buch richtet sich zwar primär an Lehranfänger.innen, aber auch Kolleg.innen, die schon jahrelang Seminare unterrichten, finden hoffentlich den einen oder anderen Denkanstoß oder Idee für die eigene Lehre. Als ich für das Buch recherchiert habe und mich mit der entsprechenden hochschulpädagogischen Literatur beschäftigt habe, hat das auch meine eigene Lehre inspiriert. Zum Beispiel gebe ich mittlerweile keine Pflichtlektüre vor, sondern stelle eine Liste von 3-5 Texten pro Woche bereit. Die Studierenden dürfen dann frei wählen, welchen dieser Texte sie lesen. Der Austausch und Vergleich der verschiedenen Artikel dient dann schon als Basis für eine erste Diskussion in Kleingruppen.
Das Buch ist erhältlich über https://www.wochenschau-verlag.de/Seminare-in-der-politikwissenschaftlichen-Lehre-gestalten/41568 und bei allen Buchhandlungen.
Das Flipped Classroom Arbeitsbuch
Ich schreibe auf dieser Plattform schon seit fast einem Jahrzehnt über die Meriten des Flipped (oder Inverted) Classrooms. Ich setze das Konzept in meiner eigenen Lehre ein, schreibe Artikel darüber und gebe hochschuldidaktische Workshops, um andere Lehrende in der Methode zu schulen.
Um den Workshop-Teilnehmer:innen zu helfen, ihren Unterricht umzustellen, habe ich ein Flipped Classroom Workbook zusammengestellt, das sie durch den Prozess führt. Ich stelle es unter einer Creative Commons NC-BY-SA 4.0-Lizenz zur Verfügung, damit es für nicht-kommerzielle Zwecke und mit der richtigen Namensnennung weitergegeben werden kann. Das einzige, worum ich bitte, ist Feedback! Dies ist noch ein sehr schneller erster Entwurf und ich möchte ihn irgendwann überarbeiten. Wenn ihr es also benutzt, wenn ihr irgendwelche Gedanken, Ideen oder Vorschläge habt, schickt mir eine E-Mail an kontakt (at) daniel-lambach (dot) de. Danke – und weitersagen!
Flipped Classroom Workbook V1 (pdf)
Flipped Classroom Workbook V1 (docx)
[Edit: Nach toller Resonanz und einigen guten Vorschlägen habe ich sogleich V2 erstellt. Habt ihr noch mehr Ideen zur Verbesserung?]

